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Der Tornister

« Vorfahre von Schulranzen und Schulrucksack »

„Was bitte ist denn ein Tornister?“, werden Sie vielleicht fragen. Möglicherweise ist Ihnen der Begriff schon einmal zu Ohren gekommen, als Ihre Eltern oder Großeltern damit die Schultasche benannten. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern ist die Bezeichnung Tornister auch heute noch ein gebräuchliches Synonym für den Schulranzen, denn geschichtlich betrachtet gilt der Tornister als Vorfahre des Schulranzens.

Einst für das Militär konzipiert

Ursprünglich wurde er für das Militär entwickelt und ab 1895 millionenfach für das deutsche Heer produziert, denn seine rechteckige Form und Stabilität machten ihn zum idealen Transportmittel für all das, was ein Soldat mit sich zu führen hatte: Ersatzstiefel und -wäsche, Proviant, Essensgeschirr und Munition – im Tornister fand alles Platz.

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Der „Soldatenrucksack“ bestand – baulich betrachtet – aus einem Holzrahmen (häufig wurde Tannenholz verwendet), der wahlweise von Rinderfell oder Segeltuch umspannt war. In seinem Deckel gab es kleine Staufächer und außen diverse Befestigungsmöglichkeiten. Der Tornister erfüllte perfekt seine vorgesehene Funktion.

Ist es da verwunderlich, dass man ihn schließlich als Prototyp für die Schultasche hernahm? Er gilt somit als direkter Vorfahre des Schulranzens.

Auf in die Schule! – Der Tornister wird Schulranzen

Mit Einführung der Schulpflicht und deren gesetzlicher Verankerung, wurde ein geeignetes Beförderungsmittel für die damals teuren und wertvollen Schulmaterialien erforderlich. Die Schulkinder hatten zum Teil weite Schulwege zurückzulegen.

Der kompakte und stabile Tornister hatte sich bereits bewährt, weshalb man zunächst an seiner klassischen Bauweise festhielt. Als Vorläufer der Schultasche erfüllte er seinen neuen Zweck nach damaliger Ansicht perfekt.

Die Schultasche aus Leder kommt in Mode

In den 1960er Jahren wurde der Schultaschen-Vorläufer einst weiterentwickelt zur Leinen- oder Ledertasche. Der Versuch, eine möglichst praktische Schultasche zu gestalten, gelang nur teilweise.

Die neuen Modelle waren zwar robust und widerstandsfähig gegen Regen oder Schnee, hatten jedoch wenig Stauraum. Aufgrund ihres hohen Eigengewichts boten die Lederranzen den Schulkindern wenig Tragekomfort.

Jedoch wies dieser Vorfahre des Schulranzens bereits geschlechtsspezifische Merkmale im Design auf: So hatte die Schultasche für Jungs eine längere Klappe als die für Mädchen, und die Verschluss-Riemen waren ebenfalls unterschiedlich angebracht.

Schultasche aus Leder
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Es wird bunt und leicht – eine neue Schultaschen-Ära beginnt

Im Jahre 1975 brachte die Firma Sternjakob ihren ersten Scout-Schulranzen auf den Markt. Die eckige Form war dem Vorläufer Tornister nachempfunden. Genau wie der Vorfahre des Schulranzens gab es im ersten Scout eine Menge Stauraum, so dass Hefte und Bücher hochkant hineinpassten. Allerdings war er, anders als sein Vorläufer, leicht und knallig bunt – in Rot, Blau, Gelb oder Grün erhältlich.

Der moderne Schultornister versteckte unter seiner Schicht aus Polyester einen stabilen Innenkern aus Pappe. Das Außengewebe war fluoreszierend und die Verschlüsse hatten reflektierende Katzenaugen. Auch die Tragegurte waren gepolstert. Mit dem Scout begann eine ganz neue Schultaschen-Ära.

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Leicht, ergonomisch und sicher – Die Entwicklung schreitet voran

Seit dem Jahr 1986 gibt es die erste DIN-Norm für Schulranzen. Bis heute regelt diese die Gebrauchs- und Verkehrstauglichkeit der einzelnen Modelle. Als wichtige Kriterien gelten die Stabilität, die Wasserdichtheit, die Breite der Tragegurte und den damit verbundenen Tragekomfort durch gute Gewichtsverteilung. In nachfolgenden Entwicklungsschritten waren die Hersteller darum bemüht, die vorgegebenen Orientierungsmerkmale zu erfüllen. Darüber hinaus konnte das Eigengewicht der Ranzen reduziert werden.

Das Design – Farbauswahl und Motive – wurde vielfältiger: Für Jungs wählte man vorzugsweise Blau- und Grüntöne mit Motiven wie Dinosaurier, Piraten oder Autos. Ranzen für Mädchen waren und sind bis heute in Rot, Rosa oder Violett beliebt, mit Elfen, Prinzessinnen, Feen oder Pferden als Motiv. Typische Kinderhelden erscheinen seither auf den Schultaschen und begleiten die Grundschüler durch ihren Schulalltag.

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Schul-Tornister auf Rädern

Angelehnt an das Vorbild des Reisekoffers auf Rollen, wurden nach der Jahrtausendwende sogenannte Schultrolleys für Grundschulkinder entwickelt, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. Die Vorteile der „Ranzen auf Rollen“ für Kinderrücken und Körperhaltung sind umstritten.

Der ergonomische Schulrucksack als neuer Meilenstein

Den neuentwickelten Schulrucksack gab es erstmals für Schulanfänger des Jahres 2010. Die Hersteller hatten für den neu konzipierten Schulrucksack, den Wanderrucksack zum Vorbild genommen. Dessen Merkmale in Hinblick auf die optimale Gewichtsverteilung wurden kombiniert mit Erkenntnissen und Erfahrungswerten von Vorläufer-Modellen.

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Das Ergebnis war ein ergonomischer, leichter Schulrucksack mit ausreichend Stauraum für Bücher, Hefte, Schulzubehör und -material. Durch breite Beckengurte wird das Gewicht von den Schultern auf die Hüften verlagert. Retroflektierende und fluoreszierende Materialien sorgen für gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Der Design-Vielfalt sind kaum mehr Grenzen gesetzt und neue Marken erobern den Markt.

Mittlerweile können Rucksack oder Ranzen sogar personalisiert und mit Namen oder Bild des Schulkindes versehen werden. Selbes gilt selbstverständlich auch für Federmappe, alle anderen Schulmaterialien und Zubehör.

Zunehmend an Bedeutung gewinnt bei der Kaufentscheidung der Familien, die Herkunft der verwendeten Materialien und der Bestandteile des Schulrucksacks.

Kein Entwicklungsstillstand – es geht weiter

Genauso, wie sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt und die Bedürfnisse unserer Kinder sich verändern, so werden sich auch Schulrucksack, Ranzen & Co. weiterentwickeln. Letztendlich gilt doch, den Kindern das Beste zu geben, was wir zur Verfügung haben, mit dem guten Gefühl, sie gesund und sicher heranwachsen zu sehen.

Über Irem Ertürk

Als erste Auszubildende im Kundenservice ist unsere Irem seit September 2019 tätig. Im Unternehmen unterstützt uns Irem bei allen täglich anfallenden Aufgaben. Sie berät Euch am Telefon und per E-Mail und nimmt sich gerne auch allen weiteren Anliegen an. Bei besonders hohem Arbeitsaufkommen unterstützt sie Jasmin und Nicole bei der Retouren- und Reklamationsbearbeitung. Damit Irem einen umfassenden Einblick in das Aufgabengebiet bekommt, möchten wir sie bei allen Vorgängen integrieren und anleiten. Wir hoffen natürlich das Irem uns auch nach Ihrer Ausbildung erhalten bleibt.