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Kinder in der Schule - Schulranzen zu schwer
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Schulranzen zu schwer?

« Übergewicht vermeiden, Rücken schonen »

Haben auch Sie manchmal das Gefühl, Ihr Kind hätte schwere Steine anstelle von Büchern und Heften in seinen Ranzen gepackt? Dann ist er eindeutig zu schwer und Abhilfe muss her. Doch eine Lösung ist gar nicht so einfach, denn richtiges Packen will gelernt sein. Zudem sind sich Wissenschaft und Experten uneinig über die Frage: „Wie schwer darf ein Schulranzen sein?“. Wir bringen etwas Licht in das Chaos und zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, das Gewicht des Ranzens zu reduzieren – für einen starken und gesunden Kinderrücken.

DIN-Norm 58124 nicht mehr aktuell

Vielleicht haben Sie schon einmal von der DIN-Norm 58124 gehört oder gelesen? Diese wurde zwar schon 2010 abgeschafft, dient aber heute noch oft genug als Richtlinie für das angemessene Gewicht von Schülerranzen. Gemäß dieser Norm darf ein gepackter Ranzen nicht mehr als zehn Prozent des Kindesgewichts wiegen. Klingt zunächst schlüssig, ist aber bei näherer Betrachtung weder machbar noch sinnvoll. Das würde nämlich bedeuten, dass ein 20 Kilogramm leichtes Kind nicht mehr als zwei Kilogramm tragen dürfte – allein der leere Ranzen wiegt aber schon etwa ein Kilo.

Junges Mädchen mit Schulranzen, begleitet von Elternteil - Schulranzen ist nicht zu schwer
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Das Richtmaß stammt zudem aus dem Ersten Weltkrieg, als das Marschgepäck der Soldaten diese Marke nicht überschreiten durfte – ansonsten wären die jungen Männer bei den anstrengenden Märschen über 20 und mehr Kilometer, über Stock und Stein, zu schnell ermüdet und bei Gefahr nicht mehr einsatzbereit. Nun muss hierzulande kein Schulkind täglich 20 Kilometer über unwegsames Gelände mit dem prall gefüllten Rucksack den Schulweg bestreiten. Die Schulwege sind doch deutlich kürzer und bequemer geworden, ergo darf auch der Ranzen schwerer sein.

Schulranzen: schwer nicht gleich gesundheitsschädlich laut Studie

Eine 2009 durch das Sportwissenschaftliche Institut der Universität des Saarlandes durchgeführte Studie unterstützt diese Sichtweise, dass es auch Vorteile haben kann, wenn der Schulranzen schwer ist. Das Ranzengewicht hat nämlich auch Auswirkung auf die körperliche Fitness der Kinder und kann die Rückenmuskulatur sogar stärken. Bis zu 20 Prozent des eigenen Körpergewichts zusätzlich können Kinder problemlos ausbalancieren, erst ab 30 Prozent – also etwa einem Drittel des Körpergewichtes – wird es problematisch.

Wie schwer darf ein Schulranzen sein?

Ergo empfehlen die Wissenschaftler, dass der Schülerranzen zur Vermeidung von Haltungsschäden und Rückenproblemen nicht mehr als 30 Prozent des Kindesgewichts wiegen dürfe. Gelegentliche Ausrutscher stellten kein Problem dar, sofern diese nicht zur Regel würden. Bezogen auf unser Anfangsbeispiel bedeutet dies, dass unser 20-Kilogramm Beispielkind nun bis zu sechs Kilogramm auf dem Rücken tragen dürfte. Das wiederum ist eine Angabe, die die meisten Erstklässler nicht erreichen. Tatsächlich werden schwere Schultaschen erst ab ca. der vierten Klasse problematisch, denn: Je mehr Fächer Ihr Kind in der Schule hat, desto mehr Material muss es tragen und desto schwerer wird die Belastung.

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Gewicht reduzieren: Das können Sie tun

Niemand schleppt gerne tagtäglich einen 6 – 10 Kilogramm schweren Rucksack mit sich herum. Erst recht nicht, wenn man diesen auch noch auf dem Fahrrad oder dem Roller transportieren und ausbalancieren muss. Durch die Wahl eines passenden und möglichst leichten Schulrucksacks sowie das richtige Packen desselben lässt sich jedoch einiges an Gewicht einsparen.

1. Schulranzen sorgfältig auswählen

Wichtiger noch als das richtige Packen ist die Wahl eines ergonomischen und optimal sitzenden Schulrucksacks. Während die meisten Eltern in der Grundschule auf diese Merkmale noch großen Wert legen, verlieren sie ab der weiterführenden Schule an Brisanz. Zehnjährige (ältere Kinder und Jugendliche erst recht) entscheiden mehr nach Design und „Coolness-Faktor“. Gerade jetzt sind Ergonomie und Passform jedoch wichtigere Auswahlkriterien, denn ab der fünften Klasse mit zahlreichen neuen Fächern ist der Rucksack oft schwer und die Extra-Kilos müssen sorgfältig verteilt werden.

Daher sind diese Kriterien auch für den Schulrucksack ausschlaggebend:

  • ergonomische und „mitwachsende“ (höhenverstellbare) Rückenpolsterung
  • breite, gepolsterte und verstellbare Trägerriemen
  • Brust- und Hüftgurt, ebenfalls verstellbar
  • möglichst leichtes Leergewicht

Schon allein wegen des Leergewichts empfehlen sich Schulrucksäcke aus speziellen Kunststoffgeweben. Wer ökologische Bedenken hat, greift zu Modellen, die zu 100 Prozent aus Recycling-Kunststoffen hergestellt wurden. Für diese Schulrucksäcke – etwa von Markenherstellern wie Ergobag oder Step by Step – werden PET-Kunststoffflaschen aufbereitet und recycelt.

2. Anprobieren

In den Herstellerbeschreibungen der gewünschten Rucksackmodelle finden Sie in der Regel Angaben dazu, bei welcher Körpergröße und Statur der Rucksack passt. Es gibt spezielle, besonders schmale Modelle für zierliche Kinder und andere, die auch stabilere Kids gut tragen können. Lassen Sie Ihr Kind den Rucksack wie ein Paar neue Schuhe anprobieren und achten Sie dabei auf diese Details:

  • Der Rucksack darf nicht breiter als der Rücken sein.
  • Die untere Rucksackkante liegt auf Höhe des Steißbeins.
  • Die obere ist nicht höher als die Schultern.

Zudem sollte das Modell gut und bequem sitzen. Brust- und Hüftgurte (die Hüftgurte verlaufen über die Hüften!) entlasten den Rücken, indem sie das Gewicht auf Brust und Becken verlagern.

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Tipp: Rucksäcke sollten niemals einseitig hängend getragen werden. Was in den 1990er Jahren „cool“ war und auch heute gelegentlich noch von manchen Kindern praktiziert wird, führt unweigerlich zu Haltungsschäden und Rückenschmerzen. Daher gilt: Schulranzen und -rucksäcke immer beidseitig tragen!

3. Schulranzen packen

Um zu vermeiden, dass der Schulranzen schwer über dem Rücken hängt und derselbe abends schmerzt, sollten Sie mit Ihrem Kind diese Packregeln üben:

  • Nicht mehr einpacken als unbedingt notwendig!
  • Im Zweifelsfall lieber das Sammelalbum zu Hause lassen.
  • Nicht jeden Tag alle Materialien mitschleppen – nach Stundenplan packen.
  • Schwere Bücher und Hefte gehören möglichst nahe an den Rücken.
  • Ordner, Hefter, Bücher kommen immer in das hinterste Fach des Rucksacks.
  • Davor sortieren Sie die kleineren und leichteren Sachen ein.
  • Brotdosen und Trinkflaschen aus leichten Materialien wählen.
  • Glasflaschen sind sehr schwer und sollten daher zu Hause bleiben.

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Tipp: abends gemeinsam den Schulranzen packen hilft Ihrem Kind dabei, richtig packen zu lernen und nichts Wichtiges zu Hause zu vergessen.

4. Schulspind nutzen

Nichtsdestotrotz lässt es sich gerade in den höheren Klassen kaum vermeiden, dass der Schulranzen schwer und nur mit Mühe zu tragen ist. Aus diesem Grund ist ein abschließbarer Spind in der Schule sinnvoll, in dem die Kinder ihre Materialien liegen lassen und nicht jeden Tag aufs Neue hin und her tragen müssen. Viele Schulen bieten solche Spinde nicht an bzw. sträuben sich regelrecht dagegen. Hier kann es sinnvoll sein, wenn sich mehrere Eltern zusammenschließen und die Schulleitung von den Vorteilen einer solchen Lösung überzeugen. Dazu muss die Schule die Spinde nicht einmal selbst anschaffen (falls Kosten das Problem sind), denn es gibt mittlerweile diverse Anbieter, die die Spinde in der Schule aufstellen, die Wartung übernehmen und für einen geringen zweistelligen Jahresbetrag vermieten.

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Sind Schulranzen zum Ziehen eine Alternative?

Vielleicht haben auch Sie schon einmal gesehen, wie ein Kind einen Ranzen auf Rollen hinter sich herzog. Tatsächlich sind diese rollenden Ranzen recht praktisch, müssen sie doch nicht getragen werden und schonen so den Rücken. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es meist so aus, dass Kinder den Rollranzen einhändig ziehen und auf diese Weise ihren Rücken einseitig belasten. Auch das führt auf Dauer zu Haltungsschäden und Rückenproblemen, was Sie ja eigentlich vermeiden wollten. Möchte Ihr Kind also eine solche rollende Schultasche benutzen, sollte es sie abwechselnd mit der linken und der rechten Hand ziehen. Des Weiteren ist der Rollranzen bisweilen recht unpraktisch, etwa, weil Ihr Kind ihn viele Treppen hinauf und hinunter tragen muss.

Über Angelina Dankesreiter

Als Quereinsteigerin von der Backstube direkt in unser Kundenserviceteam, ist Angelina seit Januar 2021 bei uns tätig. Mit ihrer offenen Art und ihre schnellen Auffassungsgabe kümmert sich Angelina sorgfältig um jegliche Kundenanliegen. Im Falle einer Reklamation übernimmt sie die Korrespondenz mit dem Hersteller und bemüht sich die Reklamation nach den Wünschen des Kunden abzuschließen. Bei Beratungen am Telefon gibt Angelina gerne ausführliche und detaillierte Informationen und führt diese so individuell, wie am Telefon möglich. Ihr Spezialgebiet sind Schulranzen und Freizeitrucksäcke. Wünschenswert für die Zukunft wäre eine wöchentliche Kostprobe Ihrer Fähigkeiten als Konditormeisterin.