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Tornister, historisch - Geschichte der Schultasche
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Die Geschichte der Schultasche

« Vom Tornister bis zum modernen Ranzen »

Für jeden Schulanfänger ist der Kauf einer Schultasche ein wichtiges Ereignis und wird in vielen Familien geradezu zelebriert. Die Entscheidung für das richtige Modell wird sich nicht einfach gemacht, denn viele Kriterien fließen beim Ranzenkauf mit ein. Das Ganze war aber nicht immer so komplex und hat sich zunehmend mit wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt.  Diese Entwicklung möchten wir uns etwas näher ansehen. Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise und erfahren Sie, wo der heutige Schulranzen seinen Ursprung und wie er sich im Laufe der Zeit geändert hat.

Die Geschichte der Schultasche beginnt beim Militär

Dass sich schwere Dinge leichter auf dem Rücken transportieren lassen – und man außerdem so mehr tragen kann als allein mit seinen beiden Händen – dass wussten schon unsere jagenden und sammelnden Vorfahren. Diese erfanden bereits die Kraxe, die in modernisierter Form insbesondere bei Wanderfreunden heute noch in Gebrauch ist. Ursprünglich bestand dieses Transportmittel einfach aus mehreren Stöcken, die in L-Form zusammengebunden und mit Trageriemen versehen wurden.

Ausrüstungsgegenstände aus der Steinzeit - Geschichte der Schultasche
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Im Laufe der Jahrtausende verfeinerten die Menschen das simple Prinzip bis schließlich im Militär so genannte Tornister gebräuchlich wurden: Dabei handelte es sich um aus Holzgestellen gebaute und mit Kalb- oder Kuhfell, Leder oder Segeltuch bespannte Kästen, die mit Schulterriemen versehen und zum Transport durch Soldaten verwendet wurden. Diese Tornister sind die direkten Vorläufer der modernen Schulranzen und ihren Alternativen für höhere Stufen – die Schulrucksäcke.

Wissenswert: Der Begriff „Tornister“ stammt nicht, wie häufig angenommen, aus dem Französischen, sondern aus dem westslawischen Sprachgebiet und bezeichnete ursprünglich den Futtersack, den berittene Militärs für ihre Pferde mitführten. Das Wort wanderte im 18. Jahrhundert in die deutsche Sprache ein.

Militärischer Tornister aus dem Jahr 1940 - Geschichte der Schultasche
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19. Jahrhundert: Erste Schulranzen aus Leder und Fell

Doch bis zur Schultasche war es noch ein sehr langer Weg. Zwar führte der preußische Herrscher Friedrich II. bereits im 18. Jahrhundert die allgemeine Schulpflicht ein, allerdings hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand daran. Ein Schulbesuch und Bildung war das Privileg einiger weniger Kinder aus wohlhabendem Hause, während Bauernkinder – die den mit Abstand größten Teil der preußischen Bevölkerung ausmachten – für die Arbeit auf dem Feld gebraucht wurden. Ohnehin war zu dieser Zeit eine Tragetasche für Schulutensilien nicht notwendig, denn Schulbücher waren rar und teuer und verblieben somit in der Schule. Und Schulhefte gab es noch nicht. Und auch das Schreibzubehör, wie wir es heute im Federmäppchen vorfinden, gab es so noch nicht.

Kinder mit historischen Schulrucksäcken - die Geschichte der Schultasche
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1960er und 70er Jahre: Bunte Ranzen mit fröhlichen Motiven

Bei diesen Tornistern handelte es sich zunächst um kastenförmige Gestelle, die häufig aus Holz gefertigt und mit Leder oder Fell bespannt wurden. Diese Schultaschen waren bis in die 1970er Jahre hinein gebräuchlich und sollten einen sicheren Transport der wertvollen Schulmaterialien gewährleisten – an die empfindlichen und noch im Wachstum befindlichen Kinderrücken dachte zu diesem Zeitpunkt der Geschichte allerdings noch niemand.

Eine lange Zeit in der Geschichte der Schultasche ging es nur darum, dass die Taschen robust und haltbar waren sowie den Inhalt vor Wind und Wetter schützten. Erste Annäherungen an ein kindgerechtes Design traten in den 1960er Jahren in Erscheinung, als die Lederranzen plötzlich mit farbenfrohen Lacken überzogen und / oder mit hübschen Motiven verziert wurden.

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1975: Der erste rückenfreundliche Scout

So manche Mutter oder Vater wird ihn schon gehabt haben: den ersten Scout, der einen Wendepunkt in der Geschichte der Schultasche einläutete. Diese Schulranzen unterschied sich nicht nur im Design, sondern auch in seinem Anspruch deutlich von den sonst bekannten Lederranzen:

  • aus leichtem Nylon mit einem inneren Kern aus Pappe gefertigt
  • ergonomische Form
  • bunte, fluoreszierende Farben
  • Schließen mit reflektierenden Katzenaugen
  • gepolsterte Tragegurte

Der Scout, hergestellt von der deutschen Firma Sternjakob, war damals hochmodern und sollte sowohl Kinderrücken entlasten als auch durch leuchtende Farben die Schulkinder im zunehmenden Straßenverkehr sichtbarer machen. Schulbücher und -hefte ließen sich hochkant transportieren und waren trotzdem gut geschützt. Das allererste Scout-Exemplar, damals erhältlich in den Farben Blau, Grün, Rot und Gelb, befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Siegeszug der Ergonomie

Von nun an war der unbequeme Lederranzen praktisch über Nacht Geschichte. Jetzt sollte die moderne Schultasche Materialien wie Bücher, Hefte und Stifte nicht nur transportieren, sondern auch ein kindgerechtes Design aufweisen und überaus ergonomisch sind. Gerade Letzteres gewann immer mehr an Bedeutung, je schwerer der Inhalt der Schultaschen wurde. Trugen Schulkinder in den 1960er und 1970er Jahren nur ihre Fibel sowie ein oder zwei Schulhefte und ein Federmäppchen mit ein paar Stiften, so kamen in den folgenden Jahren weitere Bücher hinzu. Außerdem traten Arbeitshefte auf den Plan, die ebenfalls hin- und hergetragen werden mussten. Heute befindet sich in der durchschnittlichen Schultasche eines Grundschülers so einiges und in den gehobenen Stufen wird das benötigte Schulzubehör noch mehr.

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Vom Ranzen zum coolen Schulrucksack

In den kommenden Jahren gingen die meisten Schulkinder nun mit einem modernen Schulranzen in die Klasse, zumal sich weitere Hersteller etablieren konnten und für eine große Vielfalt im Hinblick auf Farben, Formen und Designs sorgten. Die weitere Entwicklung von kindgerechten Schultornistern nahm seinen Lauf, sodass wir heute sowohl schön gestaltete als auch rückenfreundliche wie praktische Modelle vorweisen können.

In den 1990er Jahre kam zudem eine weitere Neuerung auf den Markt, die viele Eltern sicherlich noch aus eigenem Erleben kennen: der Schulrucksack von Eastpak. Dieser war vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt und wurde – sehr zum Schrecken vieler Haltungsexperten – vorzugsweise ganz cool über nur einer Schulter getragen. Sternjakob, der Hersteller von Scout, brachte wiederum den ersten ergonomischen Schulrucksack heraus, der sich alsbald ebenso großer Beliebtheit bei älteren Kindern erfreute: 4You.

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Wissenswert: Seit etlichen Jahren bleiben nun die Schulranzen den Grundschulkindern bis ca. zur vierten Klasse vorbehalten, während Schulkinder ab der weiterführenden Schule einen Schulrucksack bevorzugen. Im Gegensatz zu den 1990er Jahren konnten sich die ergonomischen Ansprüche durchsetzen, sodass der herkömmliche Schulrucksack ebenso rückenfreundlich konzipiert ist wie der Schultornister.

Ein weiterer Trend: Umweltfreundlichkeit. Immer mehr Schultaschenhersteller setzen bei der Produktion auf schonende Herstellungsverfahren sowie Recycling und bringen nachhaltige Schulranzen und Schulrucksäcke auf den Markt.

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Und was benutzen Schulkinder in anderen Ländern und Kulturen?

Die Geschichte der Schultasche ist übrigens eine typisch deutsche Geschichte, denn der Ranzen in der uns geläufigen Form ist in vielen anderen Ländern unbekannt bzw. wenig gebräuchlich. So benutzen beispielsweise amerikanische Kinder lediglich einen leichten Rucksack, ebenso übrigens wie Schüler in vielen Ländern Afrikas oder Asiens: Während in den USA die Schulmaterialien in der Schule verbleiben (und die Kinder somit nur wenig hin- und herzutragen haben), gibt es in vielen Entwicklungsländern schlicht nur wenig Bücher und Hefte – und eine Schultasche wäre für viele Schulkinder ohnehin unerschwinglich.

Über Irem Ertürk

Als erste Auszubildende im Kundenservice ist unsere Irem seit September 2019 tätig. Im Unternehmen unterstützt uns Irem bei allen täglich anfallenden Aufgaben. Sie berät Euch am Telefon und per E-Mail und nimmt sich gerne auch allen weiteren Anliegen an. Bei besonders hohem Arbeitsaufkommen unterstützt sie Jasmin und Nicole bei der Retouren- und Reklamationsbearbeitung. Damit Irem einen umfassenden Einblick in das Aufgabengebiet bekommt, möchten wir sie bei allen Vorgängen integrieren und anleiten. Wir hoffen natürlich das Irem uns auch nach Ihrer Ausbildung erhalten bleibt.