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Erziehungsnotstand und die Rolle der Lehrer

Das Problem ist nicht zu übersehen: Verhaltensauffällige Schüler, gewalttätige Jugendliche, sprachgestörte Kinder schon im Kindergarten. Beispiele für falsche Erziehung oder gar der No-Education gibt es viele. Die Situation ist so schlimm, dass einige Experten und Autoren sogar den Erziehungsnotstand ausriefen. Doch hier liegt ein weiteres Problem: Es gibt immer mehr Bücher und öffentliche Diskussionen im Fernsehen über das Thema Erziehung und Bildung. Wirkliche Konsequenzen gibt es wenige. Einig sind sich die Experten in der Regel in einem Punkt: Für eine bessere Bildung, muss man die Erziehung verbessern. Eltern dürfen dabei den Schulen nicht die alleinige Verantwortung geben. Sowohl Familie als auch Schule übernehmen die Aufgabe der Erziehung.

Überforderte Eltern

Häufig gelten die Eltern als Hauptschuldige, wenn über respektlose Jugendliche und gewaltbereite Teenager gesprochen wird. Unfähige Eltern sind nach Ansicht vieler, Ursache für immer weniger einsatzbereite junge Erwachsene und immer mehr seelische Erkrankungen bei Kindern. Aber Eltern sehen sich auch mit höheren Anforderungen konfrontiert: Hirnforscher fordern Ansprache und Zuwendung rund um die Uhr, damit sich das Gehirn richtig entfaltet. Medienforscher warnen vor aggressiven Videospielen und undifferenziertem Fernsehkonsum. Dazu kommen noch etliche weitere sogenannte Erziehungsexperten mit Ratschlägen und Tipps. Darüber hinaus werden jetzt die Konsequenzen deutlich, die der Trend der No-Education verursacht. Lange wurde es als falsch angesehen, Kindern Grenzen zu setzen und Autorität zu zeigen. Ein Phänomen, das sich auch in den Klassenzimmern fortsetzte. Infolgedessen gibt es nun laut Pisa-Vergleichsstudie eine Kindergeneration, die zu unruhig und unkonzentriert ist, um wirklich leistungsfähig zu sein. Zum Beispiel gelten rund zehn Prozent der Hauptschulabgänger als nicht vermittelbar auf dem Arbeitsmarkt.

Lehrer übernehmen Erziehungsaufgaben

Viele Eltern sehen sich den komplexen Erziehungsaufgaben nicht gewachsen. Eine Vielzahl ist jedoch bereits mit einfachen Aufgaben überfordert, bei denen dann die Lehrer einspringen. Das beste Beispiel ist das fehlende Frühstück am Morgen. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung kommt jedes zweite Kind aus einkommensschwächeren Familien mit leerem Magen in die Schule. In vielen Schulen steht deshalb erst einmal gemeinsames Frühstücken auf dem Programm. Fehlendes Interesse an den Hausaufgaben oder Vernachlässigung aus Zeitmangel sind auch in Mittelstandfamilien keine Ausnahme. Lehrer müssen sich folglich mit regelmäßigen Schulschwänzern und aufmüpfigen Schülern herumärgern, anstatt sich mit Bildungsinhalten zu beschäftigen. Oft machen Eltern auch die Lehrer für das Fehlverhalten ihrer Kinder verantwortlich und setzen die Lehrbeauftragten unter Druck.

Zukunftsaussichten

Schule und Lehrer können aber nicht alle Erziehungsmissstände ausbügeln, die in der Familie und von Eltern verursacht sind. Dafür kämpfen Schulen schon zu lange an anderen Fronten gegen Lehrermangel, Raumnot und Unterrichtsausfall. Vielfach arbeiten Jugendhilfe und Schule nur punktuell zusammen. Für eine wirkliche Verbesserung des Erziehungsnotstandes benötige man in Deutschland ein umfassendes Konzept von Erziehung und Bildung – in dem Eltern auch wieder stärker in die Pflicht genommen werden.

©iStock.com/skynesher

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